Niten-Ichi-Ryu - Die Schwertkunst von Miyamoto Musashi

Miyamoto MusashiDie alte Schule der Samurai lebt im Tatsu-Ryu-Bushido weiter . . .

  • Niten = Zwei Himmel alt: Nito = Zwei Schwerter
  • Ichi = Ein
  • Ryu = Stil / Schule

Niten-Ichi-Ryu ist insbesondere ein Schwertstil und wurde von dem wohl berühmtesten Schwertmeister Japans, Miyamoto MusashiFujiwara Genshin (1584 – 1645) entwickelt. Wie die meisten alten Schulen hat auch das „Niten-ichi-ryu“ neben seinen eigentlichen Kampftechniken einen starken spirituellen Hintergrund mit Bezügen zu Buddhismus undShintoismus. Diese „Ryu (Stil)“ zeichnet sich gegenüber anderen Stilen in der extremen Realitätsbezogenheit in der Anwendung mit dem Schwert aus. Die Techniken sind praktisch ausgelegt und verzichten auf unnötige Bewegungsabläufe. Die Anzahl von Kampfstellungen und Anwendungstechniken beschränken sich weit mehr, als zu dieser Zeit in anderen Stilen üblich. Dieser Stil richtete sich nach der Anwendung des Samuraischwerts in militärischen Schlachten und verzichtet daher auch auf das schnelle Ziehen des Schwertes, welches heute im „Iai-Do“ oder „Batto-Jutsu“, Systemen des Schnellziehens, praktiziert wird. Zu dieser Zeit war die Waffe schon stets gezogen, um ein Duell zu bestreiten.

Ausbildung im „Niten-ichi-ryu“
Niten steht für zwei und symbolisiert die Anwendung mit zwei Schwertern. Dieses besteht aus 3 Grundlegenden Schwertschularten, was wiederum in 24 Kata gelehrt wird:

  • Daito (Langschwert), was in 12 Kata geschult wird

  • Shoto (Kursschwert), was in 7 Kata geschult wird

  • Nito (Zwei-Schwerter), was in 5 Kata geschult wird

Sensei Gosho Motoharu (hinten), Aoki Soke (rechts) und Soke's Frau (links)In der Hauptsache wurde das „Daito (Langschwert)“, auch Katana genannt, geschult um die Grundfertigkeiten im Kampf Langschwert gegen Langschwert zu schulen. Hierbei ist noch zu erwähnen, das speziell angefertigte Bokken (Holzschwerter), die dünner und leichter als die heute bekannten Bokken waren, in der Ausbildung eine sehr wichtige Rolle spielten, bevor das „Daito (Langschwert)“ zum Einsatz kam. Hier wurden insbesondere die „Itto-seiho (Langschwert Kampfübungen) geschult. Dem zweite Schritt in der Ausbildung lag der Grundgedanke zu Grunde, das „Shoto (Kursschwert)“, auch Wakizashi genannt, als Defensivwaffe einzusetzen, da das Langschwert als aktive Waffe geführt wurde. Zuerst wurden jedoch beim Kurzschwert im einzelnen die „Kodachi-seiho (Kurzschwert Kampfübungen)“ geschult. Als dritter Schritt wurde dann die „Nito (zwei Schwerter)“ im „Nito-seiho (Zweischwerter Kampfübungen)“ geschult. Das erstaunliche ist hierbei, dass das „Nito (zwei Schwerter)“ den kleinsten Teil der Ausbildung ausmachte.

Großmeister des Hyoho-Niten-Ichi-RyuZwei Himmel (Hyoho/Heiho)
Der eigentliche Namen der Musashi Schule war „Hyoho-Niten-ichi-ryu“. Die erste Schule wurde wohl jedoch in seiner Dienstzeit beim Ogasawara-Clan in Akashi / Harima Provinz begründet, wo er von 1615 bis 1627 diente. Man nannte Sie Enmyo-ryu (Fechtschule Enmyo). Hier zeigte sich erstmals die Zweischwerter -Schule präsent. Hier wurde auch eine Art „Jitte (Schwertfänger) geschult. „Hyoho-Niten-ichi-ryu“ könnte man als „Militärische Methodik - ein System mit zwei Schwertern bezeichnen. Die alte Form im Bu-jutsu für „Hyoho“ ist das „Heiho“. Erst um zirka 1632 als Musashi in Edo, dem heutigen Tokio, lebte, änderte er den Namen in „Nito-ichi-ryu“ (Ein System mit zwei Schwertern).

Der letzte Schritt zum „Gorin-so-sho“
Zum Ende seines Lebens schrieb er das Wissen seiner Schwertkunst „Niten-Ichi-Ryu“ in dem Gorin-no-Sho, dem „Buch der 5 Ringe (Erde, Wasser, Feuer, Wind, Lehre)“ nieder. Dieses Buch beschreibt in den verschiedenen Elementen das „Hyoho-Sanjugo-Kajo (35 strategische Bereiche)“.

Weiter entwickelte Schule
Nach dem Tod Miyamoto Musashi Fujiwara Genshin (1645), wurde die Schule weiter gelehrt, was in verschiedene Weiterentwicklungen des „Niten-ichi-ryu“ nicht mündete. Miyamoto Musashi ist in seinem Leben in fast ganz Japan unterwegs gewesen, sodass erweiterte Ryu entstanden. Jedoch unabhängig des erweiterten Stiles, blieben die Grundwerte des „Niten-ichi-ryu“ und des „Gorin-no-sho“ erhalten. Shihan Wiederanders in Samurai-Rüßtung Wie viele Ableger dieses Stiles gab, ist bis heute nicht bekannt, da diese primär weiterhin als „Niten-ichi-ryu“ gekannt waren. So trifft es auch bei dem „Tatsu-niten-ichi-ryu“ (Tatsu=Drachen) zu, welches den Drachen als unberechenbarem und vielfältigem Tier in der Umsetzung des „Gorin-no-sho“ praktizierte.

Das „Tatsu-Ryu-Bushido“ basiert auf den Überlieferungen der Schwertkampfkunst der japanischen Samurai „Niten-Ichi-Ryu“ („Zweischwerter Schule“) von dem wohl berühmtesten Schwertkämpfer „Miyamoto Musashi“ (1584 – 1645) und seiner Lehre der „Gorin-No-Sho“ (Erde, Wasser, Feuer, Wind und Leere), den 5 Elementen, sowie der „Koryu-Bujutsu“ (traditionelle Kriegskünste) der Samurai des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Limburgerhof, 12. Juli 2008 (Textauszug www.tatsu-ryu-bushido.com)

 
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